Anleitung zum Hörbuch Mastering

Durch ein gutes Mastering stellst du sicher, dass die einzelnen Kapitel bzw. Audiodateien deines Hörbuchs gut klingen und einen einheitlichen Sound haben. Eine gute Aufnahme allein reicht dazu in den meisten Fällen nicht aus.

Mastering setzt ein gutes Gehör voraus und ist der letzte Schritt in der Produktionskette, bevor du deine Produktion an den Distributor oder das Presswerk weitergibst.

Warum Audio Mastering?

Nachdem du viel Zeit und Mühe in die Aufnahme deines eigenen Hörbuches gesteckt hast, willst du natürlich, dass es auch gut beim Hörer ankommt. Hier ist nicht nur guter Content wichtig, auch ein angenehmer Klang und eine gute Verständlichkeit sind entscheidend für den Erfolg deines Werkes. Dein Thema kann noch so interessant, dein Sprecher noch so talentiert sein, wenn das Hörbuch nicht gut klingt, wird es entweder erst gar nicht gekauft, schlecht bewertet oder vorzeitig beiseite gelegt und mit Sicherheit nicht weiterempfohlen.

Daher ist es wichtig, dass du etwas Zeit und Geld investierst, um dein Hörbuch zu mastern oder professionell mastern zu lassen.

Mastering Tipps – Hörbuch Mastering selbst machen

Wenn du dich für das Mastering interessierst und es gerne selbst durchführen möchtest, hier ein kleiner Leitfaden. Keine Angst, du brauchst dir nicht gleich ein komplettes Tonstudio mit teurem Equipment zu bauen, wie bei einem professionellen Mastering.

Einige technische Hilfsmittel benötigst du aber schon.

Audio Mastering Software

Zunächst brauchst du eine DAW (Digital Audio Workstation), also eine Software zur Audio-Bearbeitung. Es gibt es diverse Angebote von verschiedenen Herstellern. Einige der bekannteren Marken sind Cubase, Logic, Protools und Nuendo. Der Funktionsumfang ist bei allen ähnlich. Bei der Auswahl kommt es mehr auf deine Vorlieben und dein Budget an.

Eine DAW sollte zumindest über einen Sequenzer und einen Mixer verfügen und es dir darüber hinaus ermöglichen, VST-Plugins zu verwenden. Diese externen Plugins sind oft gratis online erhältlich. Sie sind das digitale Gegenstück zu den meisten relevanten tontechnischen Geräten (wie zum Beispiel Kompressoren, Limiter usw.).

Audio Mastering Tools

Das Ziel beim Mastering ist, einen möglichst angenehmen Sound und eine optimale Verständlichkeit zu gewährleisten. Dazu stehen dem Mastering-Engineer verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung:

Filter/Equalizer

Mit Filtern – oft auch Equalizer oder kurz EQ’s genannt – kannst du bestimmte Frequenzen absenken oder anheben und damit den Klang angenehmer gestalten oder auch Störgeräusche entfernen oder reduzieren.

Die gängigen DAW’s verfügen standardmäßig über eine Auswahl an Filtern. Man unterteilt sie in zwei Hauptklassen:

  1. Shelf-, oder auch Grenzwertfilter
  2. Bell-, oder Glockenfilter

Shelf-Filter

Shelf-Filter haben entweder einen festen oder einen einstellbaren Grenzwert unter- bzw. oberhalb dessen du Frequenzen leiser oder lauter machen kannst.

So kannst du zum Beispiel bei einer zu dumpfen Aufnahme die hohen Frequenzen etwas anheben (High-Shelf-Filter) oder mit einem Low-Shelf-Filter Störgeräusche wie Trittschall absenken, die sich bei der Aufnahme eingeschlichen haben.

Bell-Filter

Anders als bei Shelf-Filtern kommt es bei Bell-Filtern auf ihre Mittelfrequenz an. Diese kann fest vorgegeben sein, die meisten DAW’s verfügen aber standardmäßig über einstellbare Bell-Filter. Mit ihnen kannst du gezielt störende Frequenzen absenken.

Ein klassisches Beispiel sind S- oder Zischlaute, die je nach Mikrofon, Sprecher und Aufnahmetechnik sehr laut und damit auf Dauer unangenehm für das Ohr sind. Wenn das der Fall ist, hilft es, den Gain eines Bell-Filters hoch zu drehen, um die hohen Frequenzen abzusuchen. Wenn du die störende Frequenz gefunden hast, drehst du den Gain wieder herunter. Sobald du mit dem Gain unter Null gehst, reduzierst du die gefundene, störende Frequenz.

Benutze Filter behutsam, damit der Klang nicht unnatürlich wikt.

Achtung! Filter können nicht zaubern. Hast du zum Beipiel ein durchgängiges Brummen oder ständiges Papierrascheln in deiner Sprachaufnahme, heißt es: zurück ans Mikrofon.

Kompressoren

Nachdem du den Klang durch den Einsatz von Filtern bereinigt hast, kannst du einen Kompressor verwenden, um die Hörverständlichkeit deutlich zu verbessern. Eine hohe Dynamik, also starke Lautstärkeschwankungen, sind auf Dauer anstrengend für das Gehör, sodass es schneller ermüdet.

Für einen größtmöglichen Hörgenuss, besonders bei Sprachaufnahmen, ist eine gewisse Gleichmäßigkeit sehr wichtig.

Mit einem Kompressor kannst du alles, was einen bestimmten – einstellbaren – Grenzwert (Threshold) überschreitet leiser machen. Dadurch verringerst du die Dynamik und verbesserst so das Klangbild. Neben dem Threshold-Regler haben Kompressoren noch einen Drehregler für das Ratio. Hiermit stellst du ein, wie stark die lauten Signalanteile (oberhalb des Threshold) abgesenkt werden. Auch hier solltest du moderat vorgehen. Das Ratio lässt sich bei den meisten Kompressoren stufenlos einstellen, ein guter Richtwert bei Sprachaufnahmen ist ein Ratio von ca. 1:4.

Limiter und Metering Tools

Wenn du die oben genannten Schritte durchgeführt hast und zufrieden mit dem Klang bist, kannst du mithilfe eines Limiters sicherstellen, dass dein Spitzenpegel nicht über den vorgeschriebenen Höchstwert hinausschießt. Er arbeitet wie ein Kopmressor mit einem maximalen Ratio und einem Threshold, der auf extreme, kurzzeitige Pegelspitzen reagiert. Außerdem besitzt er einen Outputregler, mit dem Du genau den maximal erlaubten Pegel einstellen kannst.

Zusammen mit geeigneten Metering Tools, also grafischen Pegelanzeigen, kannst du die Gesamtlautstärke so einstellen, dass sie innerhalb der  vorgeschriebenen Grenzen liegt. Ein typisches Maß für die Lautheit ist der sogenannte RMS-Pegel (Root-Mean-Square).

Achte bei diesem Schritt auch darauf, dass alle Hörbuch-Kapitel gleiche RMS-Werte aufweisen, also gleich laut sind.

Verschiedene Hörbuch Distributoren bestehen auf der Einhaltung technischer Vorgaben sowohl für den Spitzen-, als auch für den RMS-Pegel.

Kopfhörer und Boxen

Besorg dir anständige Kopfhörer und ein paar aktive Nahfeld-Monitorboxen, um deine Arbeit anzuhören. Die Kopfhörer sollten geschlossen und für dich angenehm zu tragen sein. Nimm nicht das billigste Modell! Als Monitore bieten sich aktive Zweiwegeboxen (Typ-Bezeichnung) an. Wichtig ist in beiden Fällen ein möglichst linearer Frequenzgang. Das bedeutet, dass der Klang möglichst unverfälscht wiedergegeben wird.

Weitere Mastering Tipps

Es gibt eine Vielzahl weiterer Hilfsmittel, die du für das Mastering nutzen kannst. Zu viele um hier auf alle einzugehen. Einige VST-Plugins können bei ganz bestimmten Störgeräuschen, wie Knistern, Brummen oder Rauschen helfen.

Manchmal ist es sinnvoll, die Lautstärke von Hand zu automatisieren oder sogar kurze Knackser einzeln heraus zu schneiden.

Erlaubt ist alles, was hilft!

Formatierung von Audio-Dateien

Zu guter Letzt musst du deine Audiodateien noch in das richtige Format bringen. Auch hier gibt es spezifische Vorgaben von den Hörbuch Distributoren. Ein gängiger Standard ist ein verlustfreies Wave-Format mit einer Samplerate von 44,1kHz und einer Bittiefe von 16Bit. Zu diesen Einstellungen gelangst du normalerweise über die Export- oder Bounce-Funktion deiner DAW. Achte darauf, ob Mono- oder Stereodateien verlangt werden.

Professionelles Online Mastering

Wenn dir das Mastering zu aufwändig oder zu komplex ist oder wenn du das Gefühl hast, nicht den optimalen Sound zu erreichen, kannst du deine Hörbuch-Audiodateien zu erschwinglichen Preisen professionell mastern lassen. Dies erspart dir viel Zeit und garantiert dir ein optimales Ergebnis inklusive Einhaltung der Vorgaben durch deinen bevorzugten Hörbuch Distributor.